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So gesund ist Kaffee

Eine neue Studie hält gute Nachrichten bereit für Kaffeeliebhaber.
Eine neue Studie hält gute Nachrichten bereit für Kaffeeliebhaber.
Oliver Berg

Fördert Kaffee die Gesundheit? An der Antwort versuchen sich Forscher schon lange. Nun gibt es neue Hinweise.

Kaffeetrinker profitieren womöglich gesundheitlich von ihrer Leidenschaft. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam, nachdem es sich Sterbedaten von mehr als einer halben Million Menschen aus zehn europäischen Ländern angeschaut hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in den „Annals of Internal Medicine“.

Demnach war beispielsweise die Wahrscheinlichkeit der untersuchten Männer mit sehr hohem Kaffeekonsum (in Deutschland mehr als 580 Milliliter am Tag), innerhalb des Beobachtungszeitraumes von etwa 16,4 Jahren zu sterben, 12 Prozent geringer als bei Nicht-Kaffeetrinkern. Bei Frauen waren es sieben Prozent. Um die gesundheitlichen Effekte von Kaffee isolierter betrachten zu können, rechneten die Forscher viele andere
Einflüsse heraus.

Geringeres Risiko bei allen Todesursachen

Hauptautor Marc Gunter dämpft trotzdem zu große Euphorie bei Kaffeetrinkern: „Aufgrund der Grenzen beobachtender Forschung sind wir nicht an einem Punkt, eine Empfehlung für mehr oder weniger Kaffeekonsum auszusprechen.“ Dennoch legten die Ergebnisse nahe, dass moderater Kaffeegenuss von etwa drei Tassen am Tag nicht schädlich für die Gesundheit sei, sondern dass Kaffee sogar gesundheitliche Vorteile haben könnte.

Gunter Kuhnle von der britischen Universität Reading, der nicht an der Studie mitwirkte, bewertet die beobachteten Effekte als eher klein. Die Ergebnisse solcher Studien würden zudem gerne sensationalisiert, obwohl sie meist keine Aussagen zur Kausalität zuließen – also in diesem Fall zu der Frage, ob Kaffee wirklich die Ursache des Effekts war.

Die Forscher beobachteten, dass Menschen, die mehr Kaffee konsumieren, ein geringeres Risiko bei allen Todesursachen haben, insbesondere bei Kreislauferkrankungen und Verdauungstrakt-Krankheiten.

Als Grundlage für ihre Untersuchung diente den Forschern die große europäische Langzeitstudie EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). 16 Jahre nach der ersten Befragung der Studienteilnehmer waren fast 42  000 von ihnen gestorben.