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Das iPhone 8 im Praxistest

Mit dem iPhone 8 springt Apple relativ spät auf den Zug «Drahtloses Laden» auf.
Mit dem iPhone 8 springt Apple relativ spät auf den Zug „Drahtloses Laden” auf.
Andrea Warnecke / dpa

Die neue iPhone-Generation ist in den Läden angekommen. Der Hype darum hält sich in Grenzen, obwohl Apple mit dem iPhone 8 einige interessante Verbesserungen umgesetzt hat. Die Hardcore-Fans fiebern allerdings bereits dem iPhone X entgegen, das erst im November kommt.

Seit sieben Jahren folgte Apple beim iPhone einer Routine: Zu jeder neuen Smartphone-Generation mit vielen Innovationen kam im Jahr darauf ein Modell mit einem S im Namen und eher kleinen Verbesserungen auf den Markt. Doch 2017 stellte Apple im neuen Hauptquartier in Cupertino zwei iPhone-Generationen zugleich vor: das iPhone 8 und zum zehnjährigen Jubiläum des Apple-Smartphones das iPhone X. Während man auf das in weiten Teilen neu gestaltete iPhone X (von Apple „iPhone Ten” ausgesprochen) noch mehr als einen Monat warten muss, sind die ersten Exemplare des iPhone 8 schon verfügbar.

Smartphone kabellos aufladen

Von der äußeren Form her hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell kaum etwas geändert. Im Gegensatz zum iPhone 7 mit Aluminiumgehäuse verbaut Apple auf der Rückseite allerdings nun Glas. Damit wird es erstmals möglich, ein iPhone auch drahtlos aufzuladen, indem man es einfach auf eine Ladematte legt, ohne das Smartphone mit einem Ladekabel anzustöpseln.

Dafür haben die Kalifornier bislang keine eigene Ladematte im Programm, sondern verweisen auf die jeweils 65 Euro teuren Produkte von Belkin (Boost Up) und die Wireless Base von Mophie. Die neuen iPhone-Modelle funktionieren auch mit jeder regulären Qi-Ladematte, Belkin und Mophie sind allerdings mit der für die Apple-Geräte maximal möglichen Ladeleistung von 7,5 Watt ausgestattet, die in einigen Wochen nach einem Software-Update beim iPhone 8 abgerufen werden kann. Irgendwann später 2017 will Apple auch selbst eine „AirPower” genannte Matte auf den Markt bringen, mit der man dann auch die Apple Watch und die drahtlosen Kopfhörer „AirPods” kabellos aufladen kann. Das können die herkömmlichen Qi-Matten nicht.

Akku des iPhone 8 schnell aufladen

Wer das iPhone 8 besonders schnell aufladen möchte, sollte ein USB-C-Netzteil mit einem Lightning-Kabel einsetzen. Besitzer eines MacBooks der neusten Generation haben so ein Netzteil bereits. Der Schnellladevorgang («50 Prozent Kapazität in einer halben Stunde”) funktioniert aber auch mit anderen USB-C-Ladestationen („USB-C mit Power Delivery”). Das mitgelieferte 5-Watt-Netzteil beherrscht die Schnellladung nicht.

Der Akku des iPhone 8 verfügt nur noch über 6,96 Wattstunden (Wh). Das iPhone 7 hatte noch 7,45 Wh, das Samsung Galaxy S8 hat sogar einen 11,5-Wh-Akku. Dennoch ging dem neuen iPhone im Test nicht vorzeitig die Puste aus. Über Nacht ist aber neuer Ladestrom nötig.

Die gute Akku-Laufzeit ist vor allem dem neuen iPhone-Chip A11 Bionic zuzuschreiben. Das System verfügt erstmals über sechs Kerne, wobei vier davon vor allem zum Energiesparen eingesetzt werden: Sie übernehmen bei Standard-Anforderungen die Aufgaben des Prozessors, während sich die zwei leistungsstarken Kerne ausruhen. Ist maximale Leistung gefragt, legen sich alle sechs Kerne ins Zeug.

Augmented-Reality-Apps

Die Grafikeinheit (GPU) nutzt drei Kerne und rechnet nach Angaben von Apple 30 Prozent schneller als ihr Vorgänger im iPhone 7. Bei gleichem Tempo soll sie nur die Hälfte an Energie benötigen – die Erfahrungen im Test lassen diese Aussagen schlüssig erscheinen. Das iPhone 8 verfügt über Performance-Reserven, die sich nicht ausreizen ließen. Davon werden künftig auch die Augmented-Reality-Apps profitieren, die virtuelle Welten mit realer Umgebung mischen.

Das iPhone 8 mit dem 4,7-Zoll-Display zeigt wie das Vorgängermodell 1334 x 750 Pixel an, bei den Plus-Modellen (5,5 Zoll) liegt die Auflösung bei 1920 x 1080 Pixel. Trotzdem fällt eine Änderung sofort auf: Das iPhone 8 unterstützt nun die True-Tone-Technik, die bislang dem iPad Pro vorbehalten war. Sie passt die Farbtemperatur des Bildschirms an das Umgebungslicht an, so dass Farben immer realistisch aussehen. Weiß erscheint immer natürlich wie Papier, egal ob man sich im grellen Sonnenlicht oder abends im Schein einer Kerze befindet. Damit setzt sich das iPhone 8 von vielen Wettbewerbern ab, wo eine weiße Seite sanft in Rosa, Grün oder Blau schimmert.

Bessere Kamera, weniger Rauschen

Ein wenig verbessert hat Apple auch die 12-Megapixel-Kamera. Im Vergleich zum iPhone 7 erscheinen nun noch etwas mehr Details der fotografierten Oberflächen. Dabei macht sich bemerkbar, dass Apple dem iPhone 8 einen größeren und schnelleren Sensor und einen neuen Farbfilter spendiert hat. Apple hat außerdem eine bessere Isolierung der einzelnen Pixel-Zellen umgesetzt, um ein Überstrahlen des Lichts besser zu verhindern und somit weniger Rauschen zu produzieren.

Beim iPhone 8 Plus verfügt allerdings nur eine der beiden Linsen über eine optische Bildstabilisierung. Den Verwackelschutz für beide Linsen hat Apple dem künftigen Spitzenmodell iPhone X vorbehalten. Spektakulär ist die neue Kamera-App im Porträt-Modus. Hier kann man verschiedene Lichtszenarien anwenden und unter anderem in einem „Bühnenlicht”-Modus die Person virtuell vor einen schwarzen Hintergrund stellen.

Fazit zum iPhone 8

Drahtloses Laden, schnellerer Chip, bessere Kamera: Das iPhone 8 setzt sich behutsam vom Vorgänger ab, hätte aber nach der bisherigen Systematik von Apple wohl eher den Namen iPhone 7S verdient. Die wirklich neue Generation gibt es erst im November 2017, wenn das iPhone X auf den Markt kommt. Dann bekommen die Kunden einen komplett neuen, quasi randlosen OLED-Bildschirm und die neue Gesichtserkennung FaceID, die den Fingerabdruck-Sensor ablöst.

Das iPhone 8 mit 64 Gigabyte Speicher kostet knapp 800 Euro, mit 256 GB ist es für knapp 970 Euro zu haben. Das größere iPhone 8 Plus mit einer Doppellinse startet bei knapp 910 Euro (64 GB) und kostet in der größten Version (256 GB) knapp 1080 Euro. Für das iPhone X wird Apple knapp 1150 Euro (64 GB) beziehungsweise knapp 1320 Euro (256 GB) verlangen.