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Unfassbare Hundequalen im Advent

Acht Monate saß dieser Rüde in einem Zwinger ohne soziale Kontakte. Danach war er total verstört. Im Randower Tierheim hat er inzwischen genügend Streicheleinheiten bekommen.
Acht Monate saß dieser Rüde in einem Zwinger ohne soziale Kontakte. Danach war er total verstört. Im Randower Tierheim hat er inzwischen genügend Streicheleinheiten bekommen.
Kerstin Lenz

Es ist immer wieder erschreckend, was Menschen Tieren antun können. Der Demminer Tierschutzverein befasst sich aktuell mit zwei Fällen von Vernachlässigung, Leid und Tortur.

Der Demminer Tierschutzverein hat mehrere Hunde vor dem sicheren Tod bewahrt. Ein Mischlingsrüde sollte eigentlich schon eingeschläfert werden. Doch die Demminer Tierschützer waren schneller.

„Eigentlich wissen wir von dem Hund nur, dass er aus einem Garten, wo er lebte, ausgebrochen ist und dann versucht hat, einen Mann zu dominieren“, sagt Kerstin Lenz, Vorsitzende des Vereins. Der Mann habe die Polizei informiert, und das Ordnungsamt brachte den Hund in eine private Auffangstation, wo er acht Monate in einem Zwinger verbrachte.

Der Hund braucht soziale Kontakte

Schließlich wurde beim kreislichen Veterinäramt der Antrag gestellt, den Rüden einzuschläfern. Doch das Veterinäramt meldete sich beim Verein, der den Hund aufnahm. „Als wir Becks – so heißt er nun – bekamen, war er zuvor acht Monate lang in Einzelhaft ohne soziale Kontakte zu Hunden und Menschen, wollte alles zerstören, und Menschen interessierten ihn überhaupt nicht“, sagt die Tierschützerin. Nach vielen Streicheleinheiten, klaren Regeln und Ansagen, einem warmen Platz auf einem Sofa und sozialen Kontakten zu anderen Hunden und Menschen sei Becks jetzt ein neuer Hund.

Ob sich der zweite Fall ähnlich positiv entwickelt, ist noch unklar. Zwei kaukasische Hunde sind mutmaßlich seit einer Woche nicht mehr versorgt worden und in einer Garage eingesperrt. „Zum Glück hat das Veterinäramt gleich reagiert, sodass wir eine Stunde später die Hunde übernehmen konnten“, sagt die Tierschützerin. Die Hündin sei hochgradig abgemagert und augenscheinlich tragend. Der Rüde saß in der total verkoteten Garage, mit einem aufgerissenen Sack Trockenfutter, aber ohne Wasser. In der Tierklinik Demmin wurde festgestellt, dass die Hündin Untertemperatur hatte und ohne Tropf und Medikamente nicht überlebt.

Die Hündin braucht Gewicht, um die Welpen zu ernähren

Jetzt sind beide Hunde im Tierheim Randow. Die Hündin hat den Namen Akira bekommen und muss sich bis zur Geburt der Welpen noch 10 bis 15 Kilogramm ranfuttern, damit sie die Welpen versorgen kann. „Es ist schrecklich. Wir hoffen, wir können alle retten!“

Wer Interesse an Becks hat, kann sich an Kerstin Lenz in Randow wenden. Der Tierschutzverein Demmin ist unter der Adresse Randow 15 in 17109 Demmin oder unter der Telefonnummer 03998 201826 zu erreichen. Wie ein grausames Hundeschicksal doch noch eine gute Wendung nahm, zeigt der Fall von Louis, der durch den Tierschutzverein gerettet wurde. Jetzt kann er sein Leben wieder genießen.