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Tierschützer kämpfen gegen noch mehr Katzen-Elend in MV

Immer mehr Freigängerkatzen streifen durch MV, die Tierheime sind voll, vielen Tieren geht es schlecht. Dagegen wollen Tierschützer nun vorgehen - und fordern eine Kastrationspflicht.

Viele freilaufende Katzen in MV sind krank. Dieser zehn Wochen alter Kater vom Tierschutzverein Demmin hat Katzenschnupfen und wird wahrscheinlich sein linkes Auge verlieren.
Tierheim Randow Viele freilaufende Katzen in MV sind krank. Dieser zehn Wochen alter Kater vom Tierschutzverein Demmin hat Katzenschnupfen und wird wahrscheinlich sein linkes Auge verlieren.

Christin Witt sammelt Unterschriften für eine allgemeine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen, für die sich der Tierschutzbund MV seit Juli stark macht. „In den ersten zehn Minuten habe ich schon 14 Unterschriften zusammenbekommen“, freute sich die Gültzerin am Dienstag, dem Weltkatzentag. Auch Kerstin Lenz bat Passanten um ihre Unterschrift. „Wir brauchen die Kastrationspflicht dringend“, erklärt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Demmin (TSV). „Vor allem nachdem die Landesregierung alle Mittel für die Kastration von freilaufenden Katzen gestrichen hat.“

Die Tierschützer fürchten als Konsequenz aus der Entscheidung eine weitere unkontrollierte Vermehrung der Katzen in MV. Schon jetzt würden mehr als 6600 Stubentiger in den Tierheimen des Landesverbandes betreut, heißt es in der Petition. 2015 waren es noch 2600. Weder Städte noch Gemeinden oder Tierschutzvereine bekämen das Problem in den Griff, argumentieren die Tierschützer. Viele der Katzen seien unterernährt, verletzt und krank und könnten nicht mehr an ein Leben im Haus gewöhnt werden. „Wir brauchen daher eine gesetzliche Regelung“, erklärt Kerstin Lenz, die auch Landesvorsitzende des Tierschutzbundes ist. Auch in Loitz, Neukalen, Altentreptow und Dargun wurden deshalb am Weltkatzentag Unterschriften gesammelt.

Die Unterschriftenliste für die Kastrationsverordnung wollen die Tierschützer am 27. September in Schwerin übergeben.