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Tödlicher Schreckschuss-Angriff: Urteil erwartet

In diesem Haus in Anklam starb der 36-jährige Mann. Der 30-jährige Tatverdächtige soll ihn durch Schüsse aus einer Schreckschusswaffe getötet haben.
In diesem Haus in Anklam starb der 36-jährige Mann. Der 30-jährige Tatverdächtige soll ihn durch Schüsse aus einer Schreckschusswaffe getötet haben.
Tilo Wallrodt

Ein 36 Jahre alter Mann stirbt in Anklam im Streit um einen 30-Euro-Laptop. Der Bundesgerichtshof hat die erste Strafe für den Schützen einkassiert. In Neubrandenburg sagen am Montag neu aufgetauchte Zeugen aus.

Der neu aufgerollte Prozess um die Tötung eines Mannes mit einer Schreckschusswaffe in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) soll am Montag am Landgericht Neubrandenburg zu Ende gehen. Vor der Urteilsverkündung will das Gericht aber neu aufgetauchte Zeugen aus dem Umfeld der Beteiligten hören. Sie sollen mehr Klarheit darüber bringen, ob der Angeklagte gezielt oder in Notwehr auf das Opfer geschossen hat. Der 30-jährige Schütze hatte auch im Revisionsprozess die Schüsse auf einem Hinterhof gestanden.

Er habe sich aber gegen einen Angriff wehren und den 36 Jahre alten Kontrahenten nicht töten wollen. Grund war ein Streit um einen Laptop im Wert von 30 Euro Ende 2015. Der Schütze war im ersten Verfahren zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dagegen hatte er Revision eingelegt, der der Bundesgerichtshof stattgab. In den Plädoyers hatte die Staatsanwaltschaft diesmal siebeneinhalb Jahre Haft, der Verteidiger maximal drei Jahre Freiheitsstrafe verlangt.

Schütze zusammengeschlagen

Mehrere Zeugen hatte im Prozess erklärt, dass das spätere Opfer auf den Schützen zugelaufen war, obwohl er wusste, dass dieser eine Waffe in der Hand hatte. Der Getroffene und mehrere Bekannte hatten den Schützen trotz der Schüsse noch attackiert und zusammengeschlagen. Der Schütze konnte nur mit Hilfe eines Bekannten fliehen. Das Opfer wurde viermal getroffen, brach nach der Schlägerei zusammen und starb. Der Schreckschussrevolver war illegal aus Polen eingeführt und vorher auch ausprobiert worden.

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