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Schwere Vorwürfe gegen Jugend-Betreuer

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat sich von einem Mitarbeiter einer Jugendeinrichtung getrennt. Ihm wird vorgeworfen, Schutzbefohlene sexuell belästigt zu haben.

In der alten Gutsanlage der Gemeinde Mölschow werden seit dem Frühjahr 2016 minderjährige Asylbewerber betreut.
Tilo Wallrodt In der alten Gutsanlage der Gemeinde Mölschow werden seit dem Frühjahr 2016 minderjährige Asylbewerber betreut.

In einer Einrichtung des Landkreises Vorpommern-Greifswald auf Usedom ist es möglicherweise zu sexuellen Belästigungen gekommen. Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage, dass man Anzeige gegen einen Mitarbeiter erstatten werde. Der Mann war bis vor wenigen Tagen in einer Jugendeinrichtung in Mölschow eingesetzt. Dort werden minderjährige Asylbewerber betreut, die ohne Eltern oder erwachsene Geschwister nach Deutschland eingereist sind.

Gerüchte über derartige Vorfälle hatte es im Umfeld der Einrichtung seit einigen Wochen gegeben. Dabei ist unter anderem die Rede davon, dass der Betreuer körperlichen Kontakt zu Mädchen gesucht habe und ihr Zimmer betreten habe, ohne vorher anzuklopfen. Nun hat sich der Landkreis von dem betreffenden Mitarbeiter getrennt. „Richtig ist, dass wir einem noch in der Probezeit befindlichen Mitarbeiter der Clearing-Stelle Mölschow die Kündigung nahegelegt haben“, so Pressesprecher Achim Froitzheim. Der Betreffende sei darauf eingegangen und damit einer Kündigung durch den Landkreis zuvorgekommen.

Auf die konkreten Vorwürfe ging man beim Landratsamt nicht ein, bestätigte lediglich, man habe Kenntnis von Vorwürfen sexueller Belästigung. „Aus diesem Grunde werden wir gegen den ehemaligen Mitarbeiter Strafanzeige erstatten“, sagte Froitzheim. Eine entsprechende Anzeige lag dem Polizeipräsidium Neubrandenburg am Montag noch nicht vor.